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Stellungnahme NAWI 2012

In Vertretung der Studierenden der Technischen Physik halten wir es für wichtig, zu den aktuell diskutierten Änderungen im Studium Stellung zu beziehen. Als Studierende haben wir einen guten Überblick der aktuellen Situation der Lehre. Dabei sind uns folgende Punkte besonders aufgefallen und wir halten es für wichtig, dass sie bei der Umsetzung berücksichtigt werden.

Qualität der Lehre

Das Projekt NAWI wird in der Öffentlichkeit gerne als Verbesserung der Bedingungen für Forschung und Lehre verkauft. Allerdings sind wir uns darüber im Klaren, dass ein wesentliches Ziel dieses Projekts darin besteht, Kosten einzusparen. Wir müssen verhindern, dass die Leidtragenden dabei Studierende und Lehrpersonal sein werden:

  • Die Physikinstitute der TU Graz bieten ausgezeichnete Lehrveranstaltungen an, beispielsweise die Vorlesung/Übung „Applikationssoftware und Programmierung“, die mit dem Preis für exzellente Lehre der TU Graz prämiert wurde.
  • Bei einer Streichung/Zusammenlegung von Lehrveranstaltungen befürchten wir eine Verschlechterung des Betreuungsverhältnisses und somit der Qualität der Lehre.
  • Wir haben Bedenken, dass zukünftig verstärkt Lehrveranstaltungen gemeinsam mit Lehramtsstudierenden abgehalten werden. Es handelt sich dabei um ein grundlegend anderes Studium mit unterschiedlichen Zielen.

Aus diesen Gründen setzen wir uns entschieden für Maßnahmen zur Erhaltung der ausgezeichneten Qualität unseres Studiums ein.

Wirtschaft und Technik

Viele Studienanfänger entscheiden sich bewusst für das Studium der Technischen Physik an der TU Graz weil es wesentliche Elemente aus Naturwissenschaft und Technik vereint.

  • Besonders Absolventinnen und Absolventen der Technischen Physik sind in den verschiedensten Bereichen von Grundlagenforschung, angewandter Forschung, Industrie, Informatik, Bankwesen, etc. gefragt und leisten dort einen entscheidenden Beitrag zu Innovation und Nachhaltigkeit in der österreichischen Wirtschaft.
  • Wird das Studium „Technische Physik“ in Graz nicht mehr angeboten, befürchten wir eine Abwanderung von Studienanfängern an die TU Wien und eine nachhaltige Schwächung des Forschungsstandortes Steiermark.

Bei einer Zusammenlegung muss unbedingt darauf Rücksicht genommen werden, dass der technische Charakter in ausreichendem Ausmaß erhalten bleibt. Inhalte wie grundlegende Elektronik- und Programmierkenntisse, wie sie auch explizit von der Wirtschaft gefordert werden, müssen auch künftig fester Bestandteil des Studiums sein.

Kompetenzzentrum / Haus der Physik

  • Das Studium der (Technischen) Physik in Graz zeichnet sich besonders durch die gute Vernetzung zwischen Studierenden und Lehrenden aus. Wenn es zu einer Vorlesung Fragen oder Unklarheiten gibt, stehen den Studierenden an den Instituten jederzeit alle Türen offen. „Man kennt sich“ und hat den Vorteil keine „Nummer“ in einem anonymen System zu sein.
  • Die Orte der Lehrveranstaltungen sind im NAWI-System zwischen den Universitäten zerrissen. In Graz gibt es leider derzeit weder einen Radweg, noch eine Direktverbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln zwischen KFU und TU.
  • Zwei verschiedene Online-Systeme an zwei verschiedenen Universitäten bieten derzeit nicht einmal einen zusammengefassten Stundenplan. Die Anmeldung zu Lehrveranstaltungen und Prüfungen wird unnötig verkompliziert.

Deshalb wünschen wir uns langfristig einen gemeinsamen Ort der Lehre – das Haus der Physik. Bis es soweit ist, müssen zumindest zu häufige Ortswechsel und sinnlose Bürokratie vermieden werden. Die Koordination von Vorlesungs- und Prüfungsterminen muss entscheidend verbessert werden. Es wäre daher wünschenswert, eine Lösung für ein gemeinsames Campus-Online-System zu finden.

Trotz der angesprochenen Diskussionspunkte sehen wir dennoch Potential in diesem Projekt: Die Vernetzung und Wahlfreiheit im Studium kann entscheidend verbessert werden. Die Voraussetzung dafür ist eine offene Diskussion und konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligten.

Die Basisgruppe Physik

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